Unterlagen für den ersten Termin beim Frauenarzt in einer ruhigen Sitzgruppe

Erster Termin beim Frauenarzt – Was euch erwartet

Der Schwangerschaftstest ist positiv und plötzlich tauchen viele Fragen auf: Wann sollte der erste Termin beim Frauenarzt stattfinden? Was wird untersucht? Ist bereits etwas im Ultraschall zu sehen? Und bekommt ihr sofort den Mutterpass?

Wie der erste Termin genau abläuft, hängt unter anderem davon ab, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist, ob Beschwerden bestehen und wie die jeweilige Praxis die ersten Untersuchungen organisiert. Einige Untersuchungen gehören zur regulären Schwangerschaftsvorsorge, andere finden erst später oder nur bei medizinischem Anlass statt.

Hier erfahrt ihr, wann ihr den ersten Termin vereinbaren solltet, welche Untersuchungen euch erwarten können und was ihr dafür mitbringen solltet.

Wann solltet ihr den ersten Termin vereinbaren?

Nach einem positiven Schwangerschaftstest könnt ihr in der gynäkologischen Praxis anrufen und sagen, dass ihr schwanger seid. Häufig fragt die Praxis nach dem ersten Tag der letzten Periode, um ungefähr einzuschätzen, in welcher Schwangerschaftswoche ihr euch befindet. Danach wird ein passender Termin mit euch vereinbart.

Der Termin muss nicht unbedingt in den nächsten Tagen stattfinden. In einer sehr frühen Schwangerschaft ist im Ultraschall möglicherweise noch wenig zu erkennen. Deshalb vergeben manche Praxen den ersten regulären Termin erst einige Wochen nach dem positiven Test.

Wann der richtige Zeitpunkt ist, richtet sich jedoch immer nach der persönlichen Situation. Bestehen Beschwerden, Vorerkrankungen oder andere medizinische Besonderheiten, kann ein früherer Termin sinnvoll sein. Bei stärkeren Blutungen, starken oder einseitigen Schmerzen, Kreislaufproblemen oder wenn es euch insgesamt deutlich schlecht geht, solltet ihr nicht auf den geplanten Vorsorgetermin warten, sondern zeitnah medizinischen Rat einholen.

Gut zu wissen: Der erste Praxisbesuch und die erste vollständige Vorsorgeuntersuchung müssen nicht unbedingt am selben Tag stattfinden.

Wenn ihr gerade erst erfahren habt, dass ihr schwanger seid, findet ihr in unserem Ratgeber „Schwanger, was jetzt? Die ersten Schritte nach dem positiven Test“ einen Überblick über die wichtigsten nächsten Schritte.

Was passiert beim ersten Termin?

Der genaue Ablauf kann von Praxis zu Praxis unterschiedlich sein. Ein ausführlicher erster Vorsorgetermin besteht meist aus mehreren Teilen:

  • einem Gespräch über die Schwangerschaft und eure gesundheitliche Vorgeschichte
  • der Berechnung der Schwangerschaftswoche und des voraussichtlichen Geburtstermins
  • allgemeinen körperlichen Untersuchungen
  • einer Urinuntersuchung
  • einer Blutabnahme
  • einer allgemeinen körperlichen und gynäkologischen Untersuchung
  • möglicherweise einer Ultraschalluntersuchung
  • einer Beratung zu den nächsten Schritten

Nicht alles muss bei einem einzigen Termin stattfinden. Manche Untersuchungsergebnisse liegen außerdem erst einige Tage später vor.

Das erste Gespräch: Welche Fragen können gestellt werden?

Zu Beginn nimmt sich die Ärztin oder der Arzt meist Zeit für ein ausführliches Gespräch. Dabei geht es nicht nur um den positiven Schwangerschaftstest, sondern auch um eure gesundheitliche Vorgeschichte. Diese sogenannte Anamnese hilft der Praxis dabei, die weitere Betreuung individuell zu planen.

Gefragt werden kann beispielsweise nach:

  • dem ersten Tag der letzten Periode
  • der üblichen Länge des Zyklus
  • früheren Schwangerschaften und Geburten
  • Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbrüchen
  • bestehenden Erkrankungen
  • früheren Operationen oder Bluttransfusionen
  • regelmäßig eingenommenen Medikamenten
  • Allergien
  • Erkrankungen innerhalb der Familie
  • eurem Impfstatus
  • körperlichen oder seelischen Belastungen
  • dem Konsum von Alkohol, Nikotin oder anderen Substanzen

Einige dieser Fragen können sehr persönlich wirken. Sie helfen jedoch dabei, mögliche Risiken zu erkennen und die Vorsorge passend auf eure Situation abzustimmen. Ihr müsst euch für eure Antworten nicht rechtfertigen.

Anhand des ersten Tages der letzten Periode und der Zykluslänge wird außerdem ein vorläufiger Geburtstermin berechnet. Dieser kann später anhand der Ultraschallergebnisse noch angepasst werden.

Welche Untersuchungen sind möglich?

Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung verschafft sich die Ärztin oder der Arzt einen umfassenden Eindruck von der Gesundheit der Schwangeren. Zur ersten regulären Vorsorgeuntersuchung gehören verschiedene festgelegte Untersuchungen. Wie diese auf einen oder mehrere Praxistermine verteilt werden, kann sich jedoch unterscheiden. Zusätzliche Untersuchungen können je nach Beschwerden, Krankengeschichte oder besonderen Risiken hinzukommen.

Dazu gehören unter anderem:

Blutdruck und Gewicht

Blutdruck und Gewicht werden zu Beginn der Schwangerschaft erfasst und im weiteren Verlauf regelmäßig kontrolliert. Die Werte helfen dabei, Veränderungen während der Schwangerschaft einzuordnen.

Urinuntersuchung

Der Urin wird unter anderem auf Eiweiß und Zucker untersucht. Bestehen bestimmte Beschwerden oder Risikofaktoren, kann zusätzlich eine Untersuchung auf Bakterien erforderlich sein. Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung ist außerdem ein Test auf eine Infektion mit Chlamydien vorgesehen. Dafür wird eine Urinprobe untersucht.

Blutuntersuchungen

Möglichst früh in der Schwangerschaft werden verschiedene Blutuntersuchungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:

  • die Bestimmung von Blutgruppe und Rhesusfaktor, sofern entsprechende ärztlich bestätigte Befunde noch nicht vorliegen
  • ein Antikörpersuchtest
  • ein Suchtest auf Syphilis
  • ein Screening auf Hepatitis B
  • gegebenenfalls die Bestimmung der Rötelnimmunität
  • nach vorheriger Information und Einwilligung ein HIV-Test

Zusätzlich wird im Rahmen der Vorsorge der Hämoglobinwert bestimmt.

Röteln-Antikörper werden untersucht, wenn kein ausreichender Nachweis über die Rötelnimmunität vorliegt. Als Nachweis können beispielsweise zwei dokumentierte Rötelnimpfungen oder ein bereits vor der Schwangerschaft dokumentierter Antikörperbefund dienen.

Nicht jede Untersuchung muss bereits beim ersten Praxisbesuch erfolgen. Einige Tests können auch bei einem anschließenden Vorsorgetermin stattfinden.

Körperliche oder gynäkologische Untersuchung

Zur ersten Vorsorgeuntersuchung gehören eine allgemeine körperliche und eine gynäkologische Untersuchung. Dabei verschafft sich die Ärztin oder der Arzt einen Eindruck vom Gesundheitszustand der Schwangeren und beurteilt unter anderem die gynäkologische Situation.

Bei den späteren regulären Vorsorgeterminen gehört eine vaginale Untersuchung dagegen nicht automatisch zum festen Standard. Sie kann bei Beschwerden, Auffälligkeiten oder einem anderen medizinischen Anlass sinnvoll sein.

Findet beim ersten Termin immer ein Ultraschall statt?

Nein. Beim ersten Termin wird nicht zwangsläufig ein Ultraschall durchgeführt. Ob und wann er stattfindet, hängt unter anderem von der Schwangerschaftswoche, der medizinischen Situation und der Organisation der Praxis ab.

Im Rahmen der regulären Schwangerschaftsvorsorge sind drei Basis-Ultraschalluntersuchungen vorgesehen. Die erste Basis-Ultraschalluntersuchung ist im Zeitraum von 8+0 bis 11+6 SSW vorgesehen, also während der 9. bis 12. Schwangerschaftswoche.

Ein früherer Ultraschall kann je nach Situation durchgeführt werden, ist aber nicht automatisch mit der ersten regulären Basis-Ultraschalluntersuchung gleichzusetzen.

Findet der Termin sehr früh statt, ist im Ultraschall möglicherweise erst die Fruchthöhle zu sehen. Je nachdem, wie weit die Schwangerschaft tatsächlich fortgeschritten ist, kann es auch sein, dass sich die Schwangerschaft im Ultraschall noch nicht eindeutig beurteilen lässt. Schon wenige Tage können in dieser frühen Phase einen sichtbaren Unterschied machen.

Deshalb solltet ihr nicht davon ausgehen, beim ersten Termin auf jeden Fall bereits einen Embryo oder einen Herzschlag zu sehen. Wenn noch wenig erkennbar ist, ordnet die Ärztin oder der Arzt den Befund ein und vereinbart gegebenenfalls eine weitere Untersuchung.

Ein erster Termin kann deshalb deutlich unspektakulärer verlaufen, als ihr vielleicht erwartet habt. Manchmal besteht er zunächst vor allem aus einem Gespräch, Untersuchungen und organisatorischen Fragen. Das allein erlaubt noch keine verlässliche Aussage über den Verlauf der Schwangerschaft. Entscheidend ist die medizinische Einordnung durch die Praxis.

Wann bekommt ihr den Mutterpass?

Nach Feststellung der Schwangerschaft wird ein Mutterpass ausgestellt. Darin werden wichtige Angaben zur Gesundheit der Schwangeren, die Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen und der weitere Verlauf der Schwangerschaft dokumentiert.

Wann ihr den Mutterpass im konkreten Praxisablauf ausgehändigt bekommt, kann organisatorisch unterschiedlich sein.

Was solltet ihr zum ersten Termin mitbringen?

Für den Termin benötigt ihr in der Regel nur wenige Unterlagen. Hilfreich sind:

  • eure Gesundheitskarte
  • der Impfpass
  • eine Liste regelmäßig eingenommener Medikamente mit Wirkstoff und Dosierung
  • vorhandene relevante Befunde oder Arztberichte
  • ein Allergie- oder Blutgruppenausweis, falls vorhanden
  • ein früherer Mutterpass, wenn ihr bereits schwanger wart
  • das Datum des ersten Tages der letzten Periode, soweit bekannt
  • eine Liste mit euren Fragen

Wenn ihr Medikamente einnehmt, solltet ihr sie nicht eigenständig absetzen oder verändern. Klärt mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt, was während der Schwangerschaft zu beachten ist.

Darf eine Begleitperson mitkommen?

Ob eine Begleitperson beim gesamten Termin dabei sein kann, entscheidet die jeweilige Praxis. Häufig ist eine Begleitung möglich, insbesondere beim Gespräch oder beim Ultraschall. Bei einzelnen Untersuchungen oder aufgrund begrenzter Räume können jedoch andere Regelungen gelten.

Wenn euch wichtig ist, den Termin gemeinsam zu erleben, fragt am besten bereits bei der Terminvereinbarung nach.

Natürlich könnt ihr den Termin auch allein wahrnehmen. Entscheidend ist, womit ihr euch wohlfühlt.

Welche Fragen könnt ihr selbst stellen?

Der erste Termin ist auch dafür da, eure Fragen zu besprechen. Weil in der Aufregung schnell etwas vergessen wird, kann es helfen, sie vorher im Smartphone oder auf einem Zettel zu notieren.

Mögliche Fragen sind:

  • In welcher Schwangerschaftswoche bin ich ungefähr?
  • Wann ist der voraussichtliche Geburtstermin?
  • Welche Medikamente darf ich weiter einnehmen?
  • Welche Vorsorgeuntersuchungen sind vorgesehen?
  • Welche zusätzlichen Untersuchungen werden angeboten?
  • Welche Untersuchungen sind Leistungen der Krankenkasse?
  • Wann findet der nächste Termin statt?
  • An wen kann ich mich bei Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten wenden?
  • Kann ein Teil der Vorsorge durch eine Hebamme übernommen werden?
  • Wann sollte ich mit der Hebammensuche beginnen?

Ihr müsst nicht alle Entscheidungen sofort treffen. Vor zusätzlichen Untersuchungen solltet ihr ausreichend über Ziel, Aussagekraft, mögliche Konsequenzen und Kosten informiert werden. Vorgeburtliche Untersuchungen sind grundsätzlich freiwillig.

Wie geht es nach dem ersten Termin weiter?

Bei einer unauffällig verlaufenden Schwangerschaft finden die Vorsorgetermine zunächst in der Regel alle vier Wochen statt. Ab der 32. Schwangerschaftswoche sind üblicherweise Untersuchungen im Abstand von zwei Wochen vorgesehen.

Fast alle regulären Vorsorgeuntersuchungen können bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft auch von einer Hebamme durchgeführt und im Mutterpass dokumentiert werden. Ultraschalluntersuchungen sind Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Wie ihr die Betreuung aufteilen möchtet, könnt ihr individuell besprechen.

Häufige Fragen zum ersten Frauenarzttermin

Muss ich direkt nach dem positiven Test zum Frauenarzt?

Ihr könnt nach dem positiven Test direkt in der Praxis anrufen. Wann der tatsächliche Termin stattfindet, legt die Praxis anhand der Schwangerschaftswoche und eurer persönlichen Situation fest. Ohne Beschwerden muss der Termin nicht zwangsläufig sofort erfolgen.

Wird die Schwangerschaft beim ersten Termin noch einmal getestet?

Je nach Praxis und Situation kann die Schwangerschaft durch einen Urin-, Blut- oder Ultraschallbefund bestätigt werden. Nicht jede Praxis wiederholt automatisch einen bereits positiven Urintest.

Muss ich für den Ultraschall nüchtern sein?

Für einen üblichen gynäkologischen Ultraschall müsst ihr in der Regel nicht nüchtern sein. Wenn für euren Termin etwas Besonderes zu beachten ist, informiert euch die Praxis vorab.

Ist der erste Ultraschall vaginal?

In der frühen Schwangerschaft kann ein vaginaler Ultraschall eine genauere Darstellung ermöglichen als ein Ultraschall über die Bauchdecke. Welche Untersuchungsmethode sinnvoll ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand der Schwangerschaftswoche und der individuellen Situation. Die Untersuchung sollte vorher erklärt und nur mit eurem Einverständnis durchgeführt werden.

Kann ich die Schwangerschaftsvorsorge auch bei einer Hebamme machen?

Viele reguläre Vorsorgeuntersuchungen können bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft auch von einer Hebamme durchgeführt werden. Ultraschalluntersuchungen sowie bestimmte ärztliche Untersuchungen und Abklärungen werden dagegen von Ärztinnen und Ärzten durchgeführt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Nach einem positiven Schwangerschaftstest könnt ihr direkt in eurer gynäkologischen Praxis anrufen.
  • Der Zeitpunkt des ersten Termins richtet sich nach der Schwangerschaftswoche und eurer persönlichen Situation.
  • Gespräch, Untersuchungen, Blutabnahme und Ultraschall müssen nicht alle am selben Tag stattfinden.
  • Bei einem sehr frühen Ultraschall kann möglicherweise noch wenig zu erkennen sein.
  • Nach Feststellung der Schwangerschaft wird ein Mutterpass ausgestellt. Wann ihr ihn im konkreten Praxisablauf bekommt, kann unterschiedlich sein.
  • Notiert euch vorab Medikamente, wichtige gesundheitliche Informationen und eure eigenen Fragen.
  • Bei stärkeren Beschwerden solltet ihr nicht auf den regulären Termin warten, sondern medizinischen Rat einholen.

Der erste Termin muss kein großer, emotionaler Moment sein, um ein wichtiger Schritt zu sein. Manchmal bringt er bereits viele Antworten, manchmal beginnt er einfach mit einem Gespräch und einem Plan für die nächsten Wochen. Beides ist völlig in Ordnung.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei Beschwerden oder Fragen zu eurer persönlichen Situation wendet euch bitte an eure gynäkologische Praxis, eine Hebamme oder eine andere medizinische Fachperson.

Quellen